Bericht der Wanderung an der Schwarzenbachtalsperre

Eine wunderschöne Wanderung durften 18 Wanderer am Sonntag, 16. Jun 2019 an der Schwarzenbachtalsperre unter der Leitung von Brigitta Schade erleben.

Auch der Wettergott hatte ein Einsehen mit uns „Engeln auf Reisen“ und so stand einer Halbtageswanderung mit rund 17 km und gut 480 Höhenmeter im Anstieg sowie auch im Abstieg nichts mehr entgegen. Mit Privat-PkW’s fuhren wir über Freudenstadt und Besenfeld ins Murgtal hinunter und dort über Hutzenbach, Schönmünzach und Raumünzbach zur Schwarzenbachtalsperre hinauf, wo die Wanderung auf dem Parkplatz startete.

Hier die Bilder der Wanderung

und danach geht der Bericht noch ein bißchen weiter.

Wir wanderten hinter dem ehemaligen Hotel an der Schwarzenbachtalsperre hinauf in den Wald hinein und dort auf einem schönen Waldweg stetig bergauf in Richtung Herrenwies. Nach einem kurzen Stückchen auf der Straße L83 überquerten wir den Schwarzenbach über das Bauwerk „Herrenwieser Schwallung„, um dann auf der anderen Bachseite weiter aufwärts in Richtung Herrenwies zu wandern.

Am Nordrand von Herrenwies borgen wir dann in nördliche Richtung ab und wanderten auf schmalen Pfaden, die zur Zeit auch als kleines Bächlein fungierten, weiter aufwärts, um unser Rucksackvesperziel auf der Badener Höhe zu erreichen. Unterwegs trafen wir übrigens zahlreiche Wanderer, was zum einen sicherlich an dem tollen Wanderwetter lag, vermutlich aber auch, weil wir uns hier oben ein Stück auf dem Westweg bewegten, genauer gesagt auf dem 20km-Abschnitt der 3. Etappe von Forbach zur Hornisgrinde / Mummelsee. Auch einen Nationalpark-Ranger haben wir dort oben kurz vor der Badener Höhe getroffen und uns sehr gut mit ihm über diese Wandergebiet unterhalten.

Als wir dann kurz vor der Badener Höhe im Anstieg waren, wurden wir von unserem Wanderfreund Rolf mit dem Moutainbike überholt. Der Ehemann von Martina war mit seinem Moutainbike von Freudenstadt hierher gefahren und hat mit uns dann das Rucksackvesper auf der Badener Höhe gemeinsam verbracht, sowie kam später auch zur Schlusseinkehr ins Gasthaus Löwen in Schwarzenberg hinzu. Ihm verdanken wir auch das gemeinsame Gruppenbild vor dem Friedrichsturm; herzlichen Dank dafür.

Ab jetzt ging’s bergab; das ist jetzt nicht negaiv gemeint, sondern bedeutet lediglich, dass wir den höchsten Punkt unserer heutigen Wanderung auf ca. 1002 Hm erreicht hatten und uns jetzt wieder hinab zum Herrenwieser See, einem Karsee, und der Schwarzenbachtalsperre bewegten.

An dieser Stelle möchte ich einen kleinen Bericht von unserer Wanderführerin Brigitta einfügen, der Wissenswertes über die Badener Höhe erzählt:


Die Badener Höhe    

Die Badener Höhe im Nationalpark Schwarzwald ist auch der höchste Punkt auf der Gemarkung Baden-Baden, es ist der nördlichste Gipfel des Schwarzwalds mit 1002,5 m ü. NN und liegt nicht weit entfernt von der Schwarzenbachtalsperre oberhalb des Forbacher Ortsteils Herrenwies. Viele Besucher und Wanderer waren bereits auf der Badener Höhe, allein schon durch die Tatsache, dass der berühmte Westweg über die Gipfelkuppe führt.

Die Grundsteinlegung für den Friedrichsturm auf der Badener Höhe erfolgte am 8. Juni 1890 durch Großherzog Friedrich I. von Baden der den 34 m hohen Turm aus Buntsandstein am 5. Oktober 1891 einweihte, daher auch der Name „Großherzog Friedrich-Thurm“. Am 5. Oktober 1991 feierte der Friedrichsturm auf der Badener Höhe seinen 100 jährigen Geburtstag. Inzwischen sind seither bereits mehr als 20 Jahre vergangen.

Der Grundsteinlegung voraus gegangen war die Gründung der Baden-Badener Sektion des Schwarzwaldvereins am 24. November 1884. Acht Wanderbegeisterte trafen sich in Baden-Baden im „Hotel zum Deutschen Hof“. Sie wollten die Umgebung im näheren Umkreis erschließen, Wanderwege markieren, Aussichtspunkte schaffen, Schutzhütten bauen und Bänke zum Ausruhen aufstellen. Ein Gedenkstein etwa 1 km entfernt am Wanderweg zum Herrenwieser See erinnert an den Gründungsvater der Baden-Badener Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins, an Philipp Bussemer. Neben dem Turm wurde 1974 vom Schwarzwaldverein eine Schutzhütte erbaut.

Vom Friedrichsturm weit über den Nordschwarzwald

Um eine atemberaubende Aussicht genießen zu können, muss man den Friedrichsturm mit seinen 145 Stufen und weitere 23 Stufen zur im Jahr 1930 ergänzten eisernen Kuppel besteigen. Hierfür wird man dann aber belohnt und kann weit über den Nordschwarzwald blicken, z.B. auf Herrenwies, den Herrenwieser See, den Mehliskopf ganz in der Nähe und die Hornisgrinde. Wenn es die Wetterlage zulässt sieht man bis über die Rheinebene hinweg zu den Vogesen und bei einem Blick nach Norden den Gebirgszug der Haardt am Ostrand des Pfälzerwaldes.
Wegen erheblichen Sicherheitsmängeln musste der Turm am 13. Dezember 2002 geschlossen werden. Aufgrund einer erfolgreichen Spendenaktion war es möglich die dringend notwendigen Restaurierungsarbeiten zügig durchzuführen so dass der Turm am 19. Juni 2003 wieder eröffnet werden konnte.

Die Badener Höhe war früher ebenso wie andere Hochlagen des Nordschwarzwalds stark bewaldet. Ab dem 14. Jahrhundet durften auf den ebenen Flächen Rinder weiden. Diese Art der Flächennutzung war nicht folgenlos: Nährstoffe gingen verloren, der Boden verdichtete sich vernässte und Moor bildete sich. Eine noch vorhandene Vegatationskarte der Badener Höhe zeigt eine Grindenlandschaft ähnlich wie sie auf der Hornisgrinde vorzufinden ist. Es wurde jedoch wieder mit Fichtenbäumen aufgeforstet, Zu jener Zeit konnte man die Aussicht auf die umliegenden Gebirgskuppen nur genießen, indem man auf den Friedrichsturm stieg.
Bereits bei den Stürmen Vivian und Wiebke im Jahr 1990 wurde viel Sturmholz beschert und Orkan Lothar, der am 2. Weihnachtsfeiertag 1999 über die Gipfel des Nordschwarzwaldes fegte, hatte verheerenden Schaden, dessen Spuren noch Jahrzehnte später zu sehen sind, hinterlassen. Das Landschaftsbild hat sich seither zunehmend geändert. Wurzelteller die senkrecht aufgestellt sind und bizarre Baumformen trotzen auf der Badener Höhe jeglichem Wind und Wetter. Und so, aufgrund dieses Einschnittes in die Natur erschließt sich auch ohne Turmbesteigung einen abwechslungsreiche Sicht. Früher bestanden die Wurzelteller aus Steinen und Erde und Wurzelbestandteilen, heute stehen nur die vertrockneten Wurzelverzweigungen gen Himmel.

Gipfelplateau der Badener Höhe ist Lebensraum für Auerwild

Das Gipfelplateau der Badener Höhe ist reich bewachsen mit Heidepflanzen, Heidelbeeren und Preiselbeeren, Birken, Buchen und die typischen Latschenkiefern sowie Borst- bzw. Pfeifengras. Diese neue Waldgeneration wächst zwischen den Überbleibseln des letzten Sturmes was die hier gesammelten Eindrücke zu einem unvergessenen Naturerlebnis machen. Und ein idealer Lebensraum für das Auerhuhn, dem Charaktervogel des Schwarzwaldes.

Jährliche Waldpflegeaktionen mit ehrenamtlichen Helfern, wie z.B. auch Schulklassen, die sich hier mit ihrem Lehrer arrangieren, werden durchgeführt. Hierbei werden z.B. Fichten entnommen, damit das Wachstum von Kiefer, Vogelbeere, Heidelbeere und Buche gefördert wird und sich artenreiche und lichte Wälder entwickeln können. Dadurch sollen notwendige Wachstumsbedingungen für wilde Heidelbeeren geschaffen werden, die die Nahrungsgrundlage für das Auerwilds darstellt, das sich sowohl von den Beeren als auch von den jungen Trieben ernährt.

Der Friedrichsturm bedarf ständiger Pflege

Mit Einverständnis des Städtischen Forstamts und Kenntnis der angrenzenden Forstverwaltungen sowie des Städtischen Hochbauamts wird der Friedrichsturm auf der Badener Höhe, die Sitzbankgruppen und Rastbänke durch den Schwarzwaldverein Ortsgruppe Baden-Baden sauber gehalten und gepflegt. Da das Gestein bzw. Fugenmaterial im Friedrichsturm brüchig wird, müssen jährlich bis zu 8 Eimer Sand im Turminneren aufgesammelt werden. Die auf der Gipfelkuppe stehende Schutzhütte ist Eigentum des Schwarzwaldvereins Ortsgruppe Baden-Baden, welcher auch für die Prämie für einer Schutz-Versicherung aufkommt. Deren Vorsitzender-Wegewart schaut dreimal jährlich ob alles in Ordnung ist.


Über das Bussemer Denkmal ging es auf schmalen Pfaden hinab zu einem Aussichtspunkt namens „2-Seen-Blick“, von dem aus man den Herrenwieser See als auch die Schwarzenbachtalsperre sehen konnte.

Am Herrenwieser See liefen wir (oder zumindest einige von uns) etwas am Herrenwieser See vorbei, bevor wir dann gemeinsam wieder in die entgegengesetzte Richtung am Seegraben entglang bergab in Richtung Seebach liefen. Auch hier war der schmale Pfad teilweise ein kleines Bächlein, was zu erhöhter Konzentration bei allen Beteiligten führte, um zum einen keinen nassen Füsse zu bekommen und zum anderen nicht auszurutschen und hinzufallen; was zum Glück auch niemanden passierte.

Am Seebach angelangt ging es dann immer an dessen Seite entlang hinab zur Schwarzenbachtalsperre, wo wir dann an deren Nordseite entlang in Richtung Staumauer und dem Start- und Zielpunkt dieser Wanderung ging. Ein kleiner Höhepunkt unterwegs war dann noch die Sichtung einer kleinen Ringelnatter, die sich im Gestrüpp unbeweglich zum Sonnen positioniert hatte und dann aber im Gebüsch verschwand, als wir uns ihr allzunah näherten.

Vom Parkplatz ging es dann geschwind mit den PKW’s wieder hinab in Murgtal und dann bis nach Schwarzenberg, wo wir im Gasthaus Löwen die Schlusseinkehr hatten.

Ein ganz herzliches Dankeschön an die Organisatorin und Wanderführerin dieser Abwechslungsreichen Tour, an Brigitta Schade. 🙂 Viel besser geht fast nicht, (ausser vielleicht die klitzekleine Verlaufung an der L83 ?) 🙂 🙂 🙂